Vorkommen und Bestand

Das Vorkommen des Fischotters erstreckte sich ursprünglich von Nordafrika über Europa bis nach Japan. Dabei scheut er ebenso wenig vor dem rauen Klima Norwegens, wie vor der Hitze des Nahen Ostens und den tropischen Temperaturen Südostasiens zurück. Selbst die Meeresküsten versteht er zu nutzen, sofern er angrenzend sein empfindliches Fell in Süßwasser vom Salz befreien kann.

Bis zur zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war der Fischotter noch flächendeckend in Deutschland verbreitetet. Danach ist er aus weiten Bereichen Deutschlands und Teilen Mitteleuropas verschwunden. 1968 räumte ihm das Bundesjagdgesetz daher eine ganzjährige Schonzeit ein und auch das „Washingtoner Artenschutzabkommen“, die „FFH- Richtlinie“ und die „Berner Konvention“ stellten ihn unter ihren Schutz. Seit Beginn  der 1990er Jahre gibt es deutliche Anzeichen für eine beginnende Rückeroberung verlorener Lebensräume.

Derzeit liegt das Kernverbreitungsgebiet des Fischotters in den neuen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Aber auch Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind über größere Flächen besiedelt. Erste Nachweise gibt es seit einigen Jahren  in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das bayerische Vorkommen ist auf den östlichen Rand Bayerns begrenzt. Im Saarland, in Baden-Württemberg und  im Rheinland-Pfalz fehlt der Otter noch immer.

Auch europaweit lassen sich Ausbreitungstendenzen feststellen. Besonders gut dokumentiert sind sie in Dänemark, Großbritannien und Österreich. Erste, wenige Nachweise werden aus der Schweiz vermeldet.

In den Niederlanden wurde im Jahre 2002 ein Wiederansiedlungsprojekt gestartet, das zu einer sich ausbreitenden Otterpopulation führte. Diese Population steht bereits in Kontakt zur deutschen.