Verhalten und Lebensweise

Fischotter sind als semiaquatische Raubtiere hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Hier finden sie vorwiegend ihre Nahrung und das Wasser bietet ihnen Schutz vor Feinden. Denn ein abtauchender Otter ist vor Blei, Speeren oder verfolgenden Hunden weitgehend sicher. Und Nahrung findet sich in den Gewässern das ganze Jahr. Aber im und am Wasser zu leben heißt nicht nur viel Nahrung zur Verfügung zu haben, es  bedeutet auch eine besondere Belastung des Energiehaushaltes. Der Aufenthalt im Wasser entzieht dem Körper gegenüber dem Aufenthalt an der Luft ca. fünfundzwanzig Mal mehr Wärme! Da heißt es sich warm anzuziehen, um die für Säugetiere notwendige hohe Körpertemperatur zu erhalten. Diese ist bei Fischottern besonders hoch. In den Aktivitätszeiten beträgt sie 39 – 40° Celsius. Und der hohe Energieverbrauch verlangt auch viel Nahrung. Ca. 1 kg Nahrung „verbrennt“ ein Fischotter täglich, bei einem Körpergewicht von 6 – 12 kg Körpergewicht. Da werden kalorienreiche Fische wie fette Aal und Karpfen zur Lieblingsspeise.

Gefangen werden die Fische vorwiegend nachts. Tagaktivität ist bei Fischottern eher selten. Das Aktivitätsverhalten  ist daneben durch ca. 4 – 6 Aktivitätsphasen pro Tag gekennzeichnet. Das heißt, während der Nacht werden immer wieder einmal kleine Schlafpausen eingelegt.

Zum Raum-Zeit-Verhalten der Otter liegen immer noch nur bruchstückhafte Forschungsergebnisse vor. Denn es ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, Fischotter im Freiland zu beobachten oder mit Peilsendern auszurüsten. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass Fischotter große Reviere (Territorien) bewohnen. Diese können, je nach Nahrungsreichtum, Anzahl der Versteckplätze und der Populationsdichte, ca. 10 – 20 km Flusslänge umfassen. Gleichgeschlechtliche Fischotter dulden sich in ihren Revieren nicht. Mit dem anderen Geschlecht überschneiden sich die die Wohnbereiche aber völlig. Die größeren Reviere der Männchen können 1 – 3 Weibchenreviere überdecken.

Als semiaquatischer Raubsäuger hält sich der Fischotter vorwiegend in Wassernähe auf. Hier findet er Nahrung und Schutz. Er kann allerdings auch nicht unerhebliche Strecken über trockenen Flächen laufen, insbesondere um zwischen Teichgebieten zu wechseln oder um andere Gewässer zu erreichen.